Die Statue des Hl. Nepomuk, errichtet  1724, restauriert 1925, erneuert 1976
Die Statue des Hl. Nepomuk, errichtet 1724, restauriert 1925, erneuert 1976

Johannes Nepomuk, geboren um 1350 in Pomuk bei Pilsen, war ein böhmischer Priester und Märtyrer. Als Generalvikar von Prag geriet er in die Auseinandersetzung zwischen dem Klerus und König Wenzel von Böhmen. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche weckte die Feindschaft des Königs. Er wurde festgenommen, gefoltert und schließlich von der Karlsbrücke in Prag aus in die Moldau gestürzt und ertränkt. Der Bischof ließ seinen Leichnam im Prager Veitsdom bestatten, und bald schon verehrte das Volk ihn als Märtyrer.

Nach einer späteren Legende, die weite Verbreitung fand, entsprang sein Streit mit dem König nicht einem kirchenpolitischen Konflikt sondern seiner Weigerung, das Beicht­geheimnis zu verletzen. Als  der König seine Gemahlin der Untreue verdächtigte, wollte er von Nepomuk, der ihr Beichtvater war, wissen, was die Königin ihm anvertraut hatte. Weil Nepomuk

selbst unter der Folter schwieg, musste er sterben.

 

 

 

 

 

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der 1729 heiliggesprochene Johannes von Nepomuk in der gesamten Habsburger-Monarchie zum „Staatsheiligen“. Zunächst als vorbildlicher Priester und Märtyrer des Beichtgeheimnisses verehrt, entwickelte  er sich allmählich zu einem in Sorgen und Nöten aller Art angerufenen allgemeinen Nothelfer sowie zum Schutz­heiligen der Schiffer und Flößer und Helfer gegen die Gefahren des Wassers. Noch heute prägen zahlreiche Statuen des Heiligen, aufgestellt zumeist auf Brücken und an Gewässern, die Kultur­landschaft Mittel­europas, viele Kirchen stehen unter seinem Patronat - so ist ihm auch der 1740 errichtete linke Seitenaltar der ehemaligen Kloster- und jetzigen Pfarrkirche Traunkirchen  geweiht.

 

 

Den Kult des Heiligen brachten die Jesuiten im Zuge der Gegen­reformation nach Traun­kirchen; die Menschen am See hatten einen Schutzheiligen gegen Wasser­gefahren auch bitter nötig. So friedlich der See zumeist ist, bei Hochwasser und wenn der gefürchtete Sturm, der „Viechtauer“, das Wasser peitscht, verwandelt er sich in ein tod­bringendes Ungeheuer. Chroniken und Toten­bücher zeugen ­von wiederholten tragischen Ereig­nissen, zuletzt von einem schrecklichen Unglück im Jahr 1910, bei dem 15 junge Leute aus Traun­kirchen und Altmünster in den Fluten den Tod fanden. Der hl. Nepomuk dürfte in dieser Unglücks­nacht anderweitig beschäf­tigt gewesen sein...