Schon seit dem 19. Jahrhundert ist Traunkirchen am Traunsee (Oberösterreich) als archäologischer Fundort der Späten Bronze- und der Älteren Hallstattzeit (10. - 6. Jh. v. Chr.) bekannt. Im Ortszentrum, zwischen See und den steil abfallenden Ausläufern der nördlichen Kalkalpen, kamen immer wieder Zufallsfunde aus zerstörten Gräbern zu Tage, im Bereich des ehemaligen Klosters wurde 1997 ein Gräberfeld mit 93 Brand- und 22 Körpergräbern entdeckt und vom Bundesdenkmalamt ausgegraben und wissenschaftlich untersucht. Die reichen Beigaben spiegeln den Wohlstand der Bewohner*innen und die Bedeutung des Ortes wider, die allein durch enge wirtschaftliche Beziehungen zum Hallstätter Salzbergbau zu erklären sind.
Auch im Jahr 2026 wollen wir uns ein mal monatlich treffen, um Pläne zu schmieden, zu plaudern und nette Leute zu treffen. Alle an der Vereinsarbeit Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!
Sommerkino 16. und 23. 7.
Ferien(s)pass:18.7.
Tag des Denkmals: 27.9.
Lange Nacht der Museen: 3.10.
Fest für die Archäologie: 7.11.
Nach dem großen Interesse an der Wanderung zum Löwendenkmal im Vorjahr haben wir als „Denkmal des Jahres“ die Spitzvilla in Traunkirchen ausgewählt. Wir starten wieder am Ortsplatz und wandern entlang der Uferstraße. Dabei gibt es an ausgewählten Stationen wieder Informationen aus der Geschichte, der Geologie und der Sagenwelt unseres Heimatorts.
Die Spitzvilla in Traunkirchen
Bildquelle: ArcheKult
Festvortrag: Dr. Eva Alram-Stern, ÖAW:
„Die mykenische Siedlung von Aigeira in Achaia und die Zeit nach dem Untergang der mykenischen Paläste“
Der Verein „ArcheKult“ lädt auch heuer wieder zu seinem traditionellen „Fest für die Archäologie“. Diesmal steht das Griechenland der Bronzezeit im Zentrum der Veranstaltung.
Die mykenische Kultur (1600 bis 1050 v. Chr.) erreichte mit dem Entstehen der Palastzentren von Mykene und Tiryns, Pylos und Theben ihren Höhepunkt. Ihr Einflussbereich erstreckte sich von Griechenland bis nach Kleinasien. Nicht umsonst war der mykenische Herrscher Agamemnon der Heerführer der Griechen auf dem Zug nach Troja. Sein Triumph im Krieg besiegelte jedoch schließlich auch seinen Untergang. In der literarischen Überlieferung steckt sicher mehr als ein Körnchen Wahrheit. Die dramatischen Ereignisse am Ende der Bronzezeit, die zu schweren Krisen von Ägypten bis nach Griechenland geführt haben, wurden vom englischen Historiker Eric Cline nicht umsonst als „Erster Untergang der Zivilisation“ bezeichnet.
Auch die Paläste von Mykene wurden großteils verlassen – aber ist die Kultur dadurch ganz verschwunden und untergegangen? Mit der Zerstörung der Burgen und zahlreicher Siedlungen um 1200 v. Chr. änderte sich das Gesellschaftssystem. Zwar blieben Palastzentren, wie z. B. Tiryns, weiter besiedelt. Es wurden aber auch Sielungen an gut geschützten Orten angelegt. Zu ihnen gehört die mykenische Siedlung von Aigeira in Achaia, die vom Österreichischen Archäologischen Institut erforscht wurde. Die hier zutage getretenen Gebäudekomplexe sowie eine Befestigung geben Einblick in die Sozialstruktur dieser nachpalatialen mykenischen Zeit.
Fr. Dr. Eva Alram-Stern, Assoziierte Mitarbeiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts und langjährige Mitarbeiterin der Österreichischen Grabungen von Aigeira berichtet im Festvortrag von diesen Forschungen und gibt uns Einblicke in die Transformation einer Kultur in krisenhaften Zeiten.
Der Vortrag wird musikalisch von Lauten- und Blockflötenmusik stimmungsvoll umrahmt, anschließend gibt es Gelegenheit zum Gedankenaustausch und gemütlichen Beisammensein bei Speis und Trank.
Die sogenannte „Maske des Agamemnon“ ist das bekannteste Artefakt der mykenischen Kultur.
Bildquelle: Wikimedia Commons
Das Siedlungsgebiet von Aigeira vom Meer aus gesehen
Bildquelle: Dr. Eva Alram-Stern
Unser kleines, feines Museum können Sie in Traunkirchen, Ortsplatz 1, besuchen. Was dort keinen Platz mehr fand, können Sie auch im "Virtuellen Museum" besichtigen.
Der Ausstellungsraum ist von Mai bis September Samstag und Sonntag von 14 - 18 Uhr, von Oktober bis April jeden Samstag von 14 - 17 Uhr geöffnet. Eintritt: freiwillige Spende erbeten.
Zusätzliche Besichtigungen und Führungen zu den archäologischen Fundplätzen in Traunkirchen können nach Anmeldung auch außerhalb dieser Zeiten organisiert werden. Anmeldung unter:
Weitere Informationen unter:
Wir danken allen Besuchern für die zahlreiche Teilnahme an unserem Sommerkino! Im Archiv finden Sie ein paar Eindrücke:
Am 19. Juli lud ArcheKult zur beliebten Kinderveranstaltung im Sommer. Unter Anleitung von Univ. Prof. Dr. Spaun wurden Steine geschliffen und Basiswissen der Geologie vermittelt. Gemeinsam mit Verena wurde auch Schmuck nach prähistorischen Vorbildern gefertigt.
Historische Zillenfahrt am Traunsee - Internationaler Museumstag 2. Mai 2026
Einen Bericht über das Fest und Bilder finden Sie unter:
Zum Tag des Denkmals wanderten wir gemeinsam zum Löwendenkmal an der Sonnsteinstraße und erfuhren dabei viel über die Geologie, Geschichte und Sagenwelt rund um diesen besonderen Platz . Am Ziel erwartete uns eine kulinarische Stärkung.
Auf Einladung durch Prof. Dr. Trebsche konnten wir in Tirol prähistorische Bergwerke, Burg Kropfsberg und die Tischoferhöhle besichtigen. Einen ausführlichen Bericht finden Sie unter:
Wanderung zu archäologisch interessanten Plätzen in Traunkirchen
Der Verein stellt sich vor
Ein Überblick über Traunkirchen in der Urgeschichte, das Schicksal des Klosters und die weitere Entwicklung bis in die Neuzeit
Ein ausführliches Archiv informiert über das Vereinsleben der letzten Jahre.
Eine unserer Hauptaufgaben ist die Unterstützung der wissenschaftlichen Erforschung Traunkirchens und seiner Umgebung.
Unter Leitung der Universität Innsbruck und des Kuratoriums Pfahlbauten fand im April 2024 eine erste Prospektion statt, bei der Spuren einer bisher nicht erforschten bronzezeitlichen Siedlung am Traunseeufer gesichert werden sollen.
Am 1.5.2024 berichteten die Archäologen im Museum über ihre Arbeit und erste Ergebnisse!
Im Juli war Traunkirchen Schauplatz eines archäologischen Symposions im Waldcampus Traunkirchen. Experten aus Österreich und den Nachbarländern diskutierten neue Erkenntnisse grenzüberschreitender Forschungen.
Im September 2024 folgte eine Lehrgrabung, bei der Studenten in Traunkirchen an vielversprechenden Plätzen nach Spuren aus der Steinzeit und Hallstattzeit suchten.
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Keramik aus dem Hallstatt-zeitlichen
Grab 77, Klosterhof
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