Schon seit dem 19. Jahrhundert ist Traunkirchen am Traunsee (Oberösterreich) als archäologischer Fundort der Späten Bronze- und der Älteren Hallstattzeit (10. - 6. Jh. v. Chr.) bekannt. Im Ortzentrum, zwischen See und den steil abfallenden Ausläufern der nördlichen Kalkalpen, kamen immer wieder Zufallsfunde aus zerstörten Gräbern zu Tage, im Bereich des ehemaligen Klosters wurde 1997 ein Gräberfeld mit 93 Brand- und 22 Körpergräbern entdeckt und vom Bundesdenkmalamt ausgegraben und wissenschaftlich untersucht. Die reichen Beigaben spiegeln den Wohlstand der Bewohner*innen und die Bedeutung des Ortes wider, die allein durch enge wirtschaftliche Beziehungen zum Hallstätter

Salzbergbau zu erklären sind.


Aktuelle Veranstaltungen


Fest für die Archäologie 17.11.2023

Neue Erkenntnisse zum hallstattzeitlichen Traunkirchen

Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1981 wird die Seeufersiedlung von Traunkirchen als „Salzhafen“ und Umschlagplatz des Salzes aus Hallstatt auf dem Weg nach Norden, insbesondere in den Donauraum interpretiert. Seit 2020 läuft unter der Leitung von Prof Peter Trebsche ein Forschungsprojekt des Instituts für Archäologie der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Pfahlbauten. Ziel ist es, mittels zerstörungsfreier Prospektionen zu Wasser und auf dem Land Daten zur urgeschichtlichen Topografie und Umwelt der Siedlung sowie zur Wirtschaftsweise und Ressourcennutzung ihrer Bewohner zu gewinnen.

Beim Fest für die Archäologie am 17. November im Klostersaal Traunkirchen fasste Helena Seidl da Fonseca, die Leiterin der taucharchäologischen Untersuchungen in ihrem Festvortrag die neuesten, zum Teil sehr überraschenden Ergebnisse der bisherigen Forschungen zusammen. Sie bilden die Grundlage dafür, dass die Funktion der hallstattzeitlichen Seeufersiedlung und ihre Rolle entlang der Verkehrsroute von und nach Hallstatt neu bewertet werden muss.

 

Für die musikalische Umrahmung des Festes, das vom Traunkirchner Kulturverein ArcheKult in Zusammenarbeit mit der Internationalen Akademie Traunkirchen veranstaltet wurde, sorgte Jona Pesendorfer mit seiner Harfe. Den Abschluss bildete ein gemütlicher Ausklang bei Wein und Brötchen und die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit der Vortragenden. Weitere Informationen finden Sie unter Veranstaltungen - Archiv 2023.


Neu gestaltete archäologische Ausstellung

im Gemeindeamt, Ortsplatz 1, 4801 Traunkirchen

Die Ausstellung ist von Mai bis September an Freitagen und Samstagen von 14 - 18 Uhr, von Oktober bis April an Samstagen von 14 - 17 Uhr geöffnet. Zusätzliche Besichtigungen können gerne auf Anfrage organisiert werden. Für Gruppen bieten wir auch Führungen zu den archäologisch interessanten Plätzen in Traunkirchen an. Kontakt: 0043 664 3862137 

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Puppe in rekonstruierter Hallstatttracht. Auf Anregung von Fr. Dr. Grömer haben wir Schulklassen eingeladen, unserer "Traunkirchnerin" einen Namen zu geben und sich in die damalige Zeit zu versetzen. Es entstanden interessante Geschichten, Zeichnungen und Bastelarbeiten. Zwei Klassen wurden daraufhin von uns am 3.7.2023 zu einer Fahrt in das Naturhistorische Museum Wien eingeladen, wo sie eine Sonderführung erhielten. 

Am 11.7. erhielten wir ebenfalls Besuch von zahlreichen Jugendlichen im Rahmen der von der Internationale Akademie Traunkirchen veranstalteten Kinderuni. 


Aktivitäten 2023

Mit der Fortsetzung des vor drei Jahren begonnenen Forschungsprojekts der Universität Innsbruck und des Kuratoriums Pfahlbauten zur hallstattzeitlichen Siedlung Traunkirchen und der Eröffnung der neu gestalteten archäologischen Ausstellung am 31. März startete der Traunkirchner Kulturverein ArcheKult unter dem Motto „Archäologischer Frühling“ eine Veranstaltungsreihe, die bis Ende Juni ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Forschungen  und als Abschluss eine Lesung am Schiff angeboten hat.


30.6.2023, Lesung am Schiff

Jutta Leskovar: "Salzberggöttin"

Durch archäologische Forschung wissen wir schon viel über Werkzeuge, Waffen und Schmuck der Hallstattzeit. Aber wer waren die Menschen, die damals lebten, wie fühlten und dachten sie? Jutta Leskovar,  Sammlungsleiterin am Landesmuseum Linz und Expertin für diese Epoche, hat einen Roman geschrieben, in dem sie mit viel Wissen und Einfühlungsvermögen die Lebensumstände der Bergleute von Hallstatt vor 2.500 Jahren beschreibt. Am 30.6. 2023 präsentierte sie ihr Buch im Rahmen einer Lesung am Schiff.  

Das Schifffahrtsunternehmen Loidl bot uns mit einer Bootsfahrt auf dem Traunsee den optimalen Rahmen für diese Präsentation . Für die musikalische Umrahmung sorgte die "Goaßwandmusi". 

Falls jemand die Lesung versäumt haben sollte: das Buch kann im Ausstellungsraum erworben werden!


Virtuelles Museum Traunkirchen

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen Bilder der schönsten Fundstücke und Informationen über unser archäologisches Erbe präsentieren.


Neu im virtuellen Museum:

Fundzone Sonnstein

Am Weg, der von Traunkirchen nach Ebensee führt, wurden bei Wegarbeiten von einem Mitglied der Bergrettung bedeutende Funde gemacht, die belegen, dass dies ein alter Fußweg ins innere Salzkammergut war: ein breiter und ein schmaler Armreifen und eine Brillenfibel.

Römische Hipposandale

Angelhaken und Messer



Interessante Links

Neues aus der Welt der Archäologie findet man im Internet - wenn man weiß, wo! 


Der Archäologie-Blog im Standard ist immer einen Seitenblick wert. Dort fanden sich auch am 7.11. Hinweise auf andere interessante Seiten. Alle können über unsere Link-Liste aufgerufen werden! Viel Spaß beim Surfen!

In seiner Sendung „Der Archäonaut“ nimmt uns unser “Archäologe des Vertrauens” Johann Rudorfer mit ins Hallstätter Hochtal, aber auch zu anderen archäologischen Untersuchungsstellen im Salzkammergut und dem Rest der Welt. Dadurch erhalten wir Eindrücke über die archäologische Forschung, aber auch über den Alltag von Archäolog:innen in Österreich. 

Der Archäologe Johann Rudorfer arbeitet seit mehr als 20 Jahren für das Naturhistorische Museum Wien an den alljährlichen archäologischen Forschungsarbeiten in Hallstatt mit. Als Leiter der obertägigen Maßnahmen führt er Untersuchungen im Bereich des prähistorischen Friedhofs- und Siedlungsareals durch. Zusätzlich ist er für die Koordination der archäologischen Begleitarbeiten im Zuge von Bauarbeiten sowohl am Salzberg, als auch im Ort Hallstatt selbst verantwortlich.

Unser Partnerverein, der Musealverein Gmunden, hat mit großem Enthusiasmus und Eifer eine neue Internetseite ins Leben gerufen, auf der interessante Details aus Gmundens Vergangenheit dargestellt werden. Derzeit konzentriert sich die Darstellung auf Häuser mit Geschichte. Ein Besuch lohnt sich! 


Einer hallstattzeitlichen Siedlung auf der Spur

ARCHÄOLOGISCHES PILOTPROJEKT IN TRAUNKIRCHEN - 4.Teil

27.3. - 31.3.2023

Im Mittelpunkt der Prospektionen vom 27. bis 31. März stand dieses Jahr die Traunseebucht von Winkl. Eine Reihe urgeschichtlicher Fundstellen deutet in diesem Bereich auf eine Besiedlung hin, die früher einsetzt und später endet als die hallstattzeitliche Siedlung auf der Halbinsel im Ortszentrum. Geomagnetische Prospektionen, Oberflächenaufsammlungen, Bohrungen und systematische Metalldetektorprospektionen auf unverbauten Flächen hatten das Ziel, zerstörungsfrei datierbares Fundmaterial zu gewinnen, die taucharchäologischen Untersuchungen im Uferbereich der Spitzvilla konnten Ufertopographie und den Untergrund dokumentieren und mittels Bohrungen Sedimente für naturwissenschaftliche Untersuchungen (Pollenanalysen, Analyse pflanzlicher Überreste) bergen.


Vortrag Dr. Karina Grömer 31.3.2023

Höhepunkt und Ausklang der Forschungswoche war ein Vortrag von Fr. Dr. Karina Grömer, Direktorin der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien und Spezialistin für prähistorische Textilien, zum Thema „Einfache Fetzen und prunkvolle Stoffe: Die Textilien der Bronze- und Eisenzeit“. 


Forschungen

Helena Seidl da Fonseca, die Taucherin des Kuratoriums Pfahlbauten, hat ebenfalls einen schönen Bericht in ihrem Blog veröffentlicht.



Keramik aus dem Hallstatt-zeitlichen

Grab 77, Klosterhof