Schon seit dem 19. Jahrhundert ist Traunkirchen am Traunsee (Oberösterreich) als archäologischer Fundort der Späten Bronze- und der Älteren Hallstattzeit (10. - 6. Jh. v. Chr.) bekannt. Im Ortzentrum, zwischen See und den steil abfallenden Ausläufern der nördlichen Kalkalpen, kamen immer wieder Zufallsfunde aus zerstörten Gräbern zu Tage, im Bereich des ehemaligen Klosters wurde 1997 ein Gräberfeld mit 93 Brand- und 22 Körpergräbern entdeckt und vom Bundesdenkmalamt ausgegraben und wissenschaftlich untersucht. Die reichen Beigaben spiegeln den Wohlstand der Bewohner*innen und die Bedeutung des Ortes wider, die allein durch enge wirtschaftliche Beziehungen zum Hallstätter

Salzbergbau zu erklären sind.


Neuigkeiten


Schauraum im Rahmen der Ausstellung "1000-Jahre Kloster Traunkirchen" geöffnet!

 

28.5.2020

Wir freuen uns, dass unsere archäologischen Fundstücke in der ehemaligen Pfarrerwohnung im Kloster Traunkirchen eine neue Heimat gefunden haben. Zum 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters Traunkirchen wird ein Rundgang durch die wichtigsten Räume, ergänzt mit viel Information angeboten. Dieser Weg führt auch in unseren neuen Schauraum, der in den letzten Wochen mit viel Liebe und Sorgfalt eingerichtet wurde. Der Rundgang, der beim Handarbeitsmuseum beginnt,  ist ab 5.6. Freitag bis Sonntag von 14 - 18 Uhr geöffnet, in den Monaten Juli und August zusätzlich an den Donnerstagen.  Zu den Öffnungszeiten wird auch ein Mitglied unseres Vereins persönlich im Schauraum anwesend sein, um Fragen zu beantworten und die Fundstücke zu präsentieren. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

 


Neu im virtuellen Museum:

Tüllenbeil


Virtuelles Museum Traunkirchen

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen Bilder der schönsten Fundstücke und Informationen über unser archäologisches Erbe präsentieren.


Interessante Links

Neues aus der Welt der Archäologie findet man im Internet - wenn man weiss, wo! Der Archäologie-Blog im Standard ist immer einen Seitenblick wert. Dort fanden sich auch am 7.11. Hinweise auf andere interessante Seiten. Alle können über unsere Link-Liste aufgerufen werden! Viel Spaß beim Surfen!

Gräberfund am Attersee

Bei Bauarbeiten in Litzlberg wurden Gräber aus dem 17. Jhd. gefunden, dabei auch ein gut erhaltener Metallsarg, und Grundmauern eines protestantischen Bethauses, das an dieser Stelle stand. Die Auswertung der Funde ist in vollem Gang, aktuelle Berichte sind unter https://austausch.ooelkg.at/alle-beitraege/ einsehbar!

Unser Partnerverein, der Musealverein Gmunden, hat mit großem Enthusiasmus und Eifer eine neue Internetseite ins Leben gerufen, auf der interessante Details aus Gmundens Vergangenheit dargestellt werden. Derzeit konzentriert sich die Darstellung auf Häuser mit Geschichte. Ein Besuch lohnt sich! 


Projekte 2020


Einer hallstattzeitlichen Siedlung auf der Spur

ARCHÄOLOGISCHES PILOTPROJEKT IN TRAUNKIRCHEN

5.10.2020

Die Entdeckung der zu den Friedhöfen und einem Kultplatz auf dem Johannesberg gehörigen Siedlung verdankt die Forschung dem Missgeschick eines Ausflugsschiffes, das vor der Nordspitze der Traunkirchner Halbinsel auf Grund lief und einen tiefen Graben hinterließ. Taucharchäologische Untersuchungen stellten eine bis zu 50 cm dicke Kulturschicht fest. Sondierungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes im Klostergarten lieferten den Beweis, dass sich die Fundzone auch über die heute trockenen Bereiche des Seeufers erstreckt.

Welche Bedeutung die hier aufgrund verschiedener Funde von Holzresten, Steinsetzungen und Hüttenlehmfragmenten nachgewiesene Siedlung im Netzwerk des Hallstätter Bergbaus hatte, wird nun von der Universität Innsbruck und dem Kuratorium Pfahlbauten unter der Leitung von Prof. Peter Trebsche und Helena Seidl da Fonseca MA durch feldarchäologische Forschungen unter Einbeziehung

naturwissenschaftlicher Methoden und des Umfeldes von Traunkirchen untersucht. Nach einer Corona-bedingten Verschiebung beginnen die Prospektionen in der Woche zwischen 19. und 23 Oktober. „Da sich die archäologische Fundzone” so Prof. Trebsche, „sowohl auf Bereiche unter dem Wasserspiegel des Sees als auch auf das trockene Seeufer erstreckt, sind unterschiedliche Prospektionsmethoden

notwendig, um die Ausdehnung der Siedlung, die Tiefe der Fundschichten, ihren Erhaltungszustand und ihr Alter zu ermitteln.”

An Land sind geomagnetische Messungen und Georadar-Untersuchungen vorgesehen, die zur Lokalisierung urgeschichtlicher Befunde und eventueller Baustrukturen aus späterer Zeit dienen. Nach Auswertung der Messergebnisse sind Bohrungen mittels Rammkernsonden zur Überprüfung der

gewonnen Erkenntnisse und zur Gewinnung von Probenmaterial aus größeren Tiefen geplant. Die hier wie auch bei den Tauchgängen und Unterwasserbohrungen gewonnenen Sedimente werden später im Labor untersucht und ihr Alter mit Hilfe der Dendrochronologie (Jahrringdatierung) und 14 C-Methode (Radiokohlenstoffdatierung) bestimmt. Die heuer gewonnenen Erkenntnisse werden in einer zweiten Prospektionsphase im Frühjahr 2021 überprüft und vertieft.

„Auf dieser Grundlage”, so Prof. Trebsche, „können dann Forschungsgrabungen größeren Umfangs geplant werden. Infolge des feuchten Milieus im Boden des Seeufers ist zu erwarten, dass sich neben Keramik und Metallobjekten auch organische Überreste erhalten haben, die nicht nur Auskunft über den Alltag der damaligen Menschen geben könnten, sondern auch über die Beziehungen Traunkirchens zum Bergbau in Hallstatt.”

Ansprech- und Koordinationspartner vor Ort ist der Kulturverein ARCHEKULT. Obmann Manfred Schindlbauer freut sich auf die Zusammenarbeit: "Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieses

Forschungsprojektes zu sein und verstehen diese Ehre als Anerkennung der Arbeit, die ARCHEKULT in den letzten Jahren für die Archäologie und für Traunkirchen geleistet hat."


Tag der offenen Tür:

Donnerstag, 22. Oktober, 14°° bis 16°° Uhr;

Treffpunkt: Traunkirchen, im ehemaligen Klostergarten beim Musikpavillon.

Interessierten Besucher*innen wird an diesem Tag unter Einhaltung der aktuellen Hygienemaßnahmen

die Möglichkeit geboten, betreut von einem Team des Kuratoriums Pfahlbauten, den Forscher*innen bei

ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.



Keramik aus dem Hallstatt-zeitlichen

Grab 77, Klosterhof