Aktuelle Ergebnisse zum eisenzeitlichen Salzbergbau in Hallstatt
Bildquelle: NHM, Daniel Brandner
Am 12.12.2025 folgte ein weiterer Höhepunkt unseres Vereinsjahres. Für den Festvortrag beim heurigen "Fest für die Archäologie", das in Zusammenarbeit mit der IAT organisiert wird, konnten wir BA Daniel Brandner gewinnen, den neuen Leiter der untertägigen Forschungen im Hallstätter Salzbergwerk. Er berichtete über die aktuellen Ergebnisse zum Eisenzeitlichen Salzbergbau und Hallstatt:
Durch ein von der Republik Österreich und dem Land Oberösterreich getragenes Sanierungsprojekt konnten in den letzten Jahren zahlreiche archäologische Fundstellen im Salzbergwerk Hallstatt durch das Naturhistorische Museum Wien und die Salinen Austria AG wieder für die Forschung zugänglich gemacht werden. Dadurch konnte ein großer Fundbereich am Maria-Theresia-Horizont durch archäologische Ausgrabungen und Kernbohrungen erstmals in großem Umfang untersucht werden und erbrachte sensationelle Ergebnisse. Es konnte ein riesiges, eisenzeitliches Abbaurevier einer bislang kaum erforschten Gewinnungsphase des 6. Jh. v. Chr. nachgewiesen werden, welches das Bild des prähistorischen Salzabbaues um zahlreiche Facetten bereichert. Der Vortrag präsentierte die aktuellen Ergebnisse der interdisziplinären Untersuchungen des Naturhistorischen Museums in Kooperation mit Salinen Austria und Salzwelten. Besonders anschaulich waren 3D-Rekonstruktionen der urnenfelderzeitlichen (ca. 1300 - 850 v.Chr.) und hallstattzeitlichen (800 - 400 v. Chr.) Abbauhallen.
Im Lauf der letzten Jahrzehnte wurden zahlreiche prähistorische Fundstellen im Rahmen des Bergbaues aufgefunden und in den Karten der Bergleute verzeichnet. Durch die Plastizität des Salzstockes haben sich die Gänge und Hallen jedoch wieder geschlossen und sind nicht mehr zugänglich. Durch Einsatz von Probebohrungen, Widerstandsmessungen und computergestützten Vergleich alter Karten mit neuen Vermessungen konnten verlorengegangene Fundstellen lokalisiert werden. Im Rahmen des Projekts "Heritage in the Dark" werden diese zum Teil durch eigens angelegte Forschungsstollen wieder zugänglich gemacht. Durch moderne Techniken können die Funde heute exakter datiert werden. Die DNA-Analyse organischer Hinterlassenschaften ermöglicht umfassende Erkenntnisse über die Arbeits- und Lebenswelt in der Hallstattzeit.
Für die musikalische Umrahmung des Festes sorgte die Zithervirtuosin Leonie Marie Felbinger. Beim anschließenden geselligen Beisammensein bei Speis und Trank gab es genug Gelegenheit, mit dem Vortragenden zu diskutieren oder einfach nur Freunde zu treffen. Es wurde ein langer und gemütlicher Abend!
Alle Bilder: Archekult
